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Heftnummer 173 bestellen
 
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Vortragsabend «Wichtige Trends 2015» in Zürich
 
2015: Ein Jahr des Übergangs
 

von Trudy Baumann
 

Am 16. Januar 2015 fand der von Astrodata organisierte traditionelle jährliche Vortragsabend über die Trends des neuen Jahres statt. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher fanden sich im Kongresshaus Zürich ein, um sich von den Prognosen der sechs referierenden Astrologinnen und Astrologen inspirieren zu lassen.
 

 
Raymond Merriman, Alexandra Klinghammer, Verena Bachmann, Claude Weiss,
Monica Kissling, Christoph Schubert-Weller (v. l. n. r.)
 

Im Fokus von Claude Weiss’ Vortrag «Vom Umgang mit den neuen Aussenseitern – Erste Gehversuche in einer multipolaren Welt» steht der Saturn/Neptun-Zyklus, der 2015/2016 an Fahrt aufnehme. Saturn/Neptun werde mit dem Sozialismus, aber auch mit Religion in Verbindung gebracht, welches eher Werte des Ostens seien, machte der Referent klar. Der Saturn/UranusZyklus hingegen stehe für das freie Unternehmertum und somit für westliche Werte. Dieser Gegensatz wird weiter akzentuiert durch die von Weiss erkannte Schattenqualität, welche den östlichen Werten im Westen zukomme. Als historisches Beispiel erwähnt er die ehemalige Sowjetunion, die dem Westen als Feindbild diente. In den seltenen Jahren, wenn diese beiden Zyklen in einer dreifachen Konjunktion zusammenkommen, fanden daher auch wichtige Ereignisse in den jeweiligen Systemen statt, wie Weiss’ Rückblick aufzeigt. 1988–1993, mit Saturn/Uranus/Neptun im Steinbock-Zeichen: der Fall der Berliner Mauer (Ende der Sowjetunion, Sieg des Kapitalismus); in den Jahren 1307/08 im Skorpion-Zeichen: Geburt des Kapitalismus; in den Jahren 625/26 im Jungfrau-Zeichen: Beginn des Islams. Nach diesem aufschlussreichen Exkurs in die Vergangenheit schliesst der Astrologe den Kreis zum Saturn/Neptun-Quadrat von Ende 2015 und 2016. Das Attentat auf «Charlie Hebdo» trägt für ihn die Signatur dieses Zyklus – und dies gebe einen Vorgeschmack dessen, was wir in nächster Zeit erwarten könnten. Stichwort: Kampf der Kulturen. 

Monica Kissling skizziert mit ihrem Vortrag das «Suchen und Finden: Wege aus der Krise» 2015. Ausgehend vom kürzlich ins Schütze-Zeichen eingetretenen Saturn, entwirft sie Bilder möglicher Entsprechungen. So sieht sie einerseits «Licht am Ende des Tunnels», proklamiert, dass wir «auf neuen Wegen unterwegs» seien und schlägt vor, «die Sichtweise zu ändern» und den Fokus mehr aufs Positive zu richten. Aber auch die problematischen Seiten dieses Zeichens werden von der Referentin nicht verschwiegen. Eigene Vorurteile, das ungebremste Wachstum und der Konsum, die Globalisierung und das Zusammenleben verschiedener Kulturen stehe mit Saturn auf dem Prüfstand. Dieser fordere Selbstkritik. Bezogen auf jüngste Ereignisse wie den Anschlag auf «Charlie Hebdo», verweist sie auf ein weiteres Schütze-Thema: Freiheit. Ihre Vorschläge für selbstkritische Fragen lauten: «Wo hat die (Meinungs-) Freiheit Grenzen respektive was nehmen wir dafür in Kauf?» Oder: «Muss man sich die Freiheit nehmen, sich über Religion lustig zu machen?» Das Thema «Freiheit über alles» dominiert gemäss der Referentin das erste halbe Jahr. Für das zweite prognostiziert Kissling einen starken Stimmungswechsel. So sei mit Jupiters Übergang vom Löwe- ins Jungfrau-Zeichen mehr Achtsamkeit gefordert. Ihr Vorschlag: Die Schweiz als Jungfrau-Land könnte sich dann wieder auf ihre humanitäre (Neptun) Tradition (Saturn) besinnen (Jupiter).

Christoph Schubert-Weller widmet sein Referat dem Ura-nus/Pluto-Zyklus und dem Wandel, den dieser den mitmenschlichen Beziehungen gebracht hat. Da wir das erste Quadrat dieses Zyklus gerade hinter uns bringen würden, sollten wir uns an die Konjunktion, den Beginn des Zyklus in den Jahren 1965/66, erinnern, meint der sinnige Astrologe. Damals tat sich viel im Bereich Beziehungen (Stichwort: Pille). Es gab mehr Freiheit, Freizügigkeit. Das Schlagwort dazu lautete «sexuelle Revolution». Allerdings sei Freiheit missverstanden worden als Freisein von jeglicher Verbindlichkeit, so Schubert-Weller, und er leitet von der griechischen Mythologie her, in welcher Weise beide, Uranus und Pluto, bei Beziehungen aller Art Pate stehen: Uranus symbolisiert dabei die Freiheit der Beziehungswahl – welche die Basis für echte Beziehung sei – und Pluto Tiefe, Verbindlichkeit und Reife – Kennzeichen einer erwachsenen Beziehung. Doch diese Fähigkeiten seien damals, zu Beginn des Zyklus, noch nicht vorhanden gewesen, sie hätten erst gelernt werden müssen. Der Referent führt noch eine Fülle weiterer Beispiele an, die zeigen, welche zur Zeit der Uranus/Pluto-Konjunktion geborenen Ideen sich heute gesellschaftlich durchgesetzt und das Bewusstsein verändert haben. Sein Fazit: «Wir werden uns des Lebens jenseits bisher vermuteter Grenzen bewusst und nehmen den Kontakt hinter diesen Grenzen auf. Da stehen wir.»

Verena Bachmann präsentiert ihren Vortrag, «Zeit des Übergangs – Veränderungen integrieren und neue Ziele anpeilen» in ungewohnter sitzender Position. Seit einem Beinbruch zu Jahresbeginn darf sie das betroffene Bein nicht belasten. Sie hätte das Thema «Brechen», das sie im Zusammenhang mit dem Uranus/Pluto-Quadrat oft verwende (Aufbruch, Durchbruch, Zusammenbruch) etwas zu wörtlich genommen, kommentiert sie ihre handicapierte Situation schmunzelnd. Gleichzeitig gebe diese jedoch ein Beispiel dafür ab, was ihrer Einschätzung nach die grosse Herausforderung des Jahres 2015 ist: Wir beträten nun zwar eine neue Welt, doch wie wir uns in dieser zu bewegen haben, müssten wir erst noch lernen. So, wie sie selber sich mit neuen Bewegungs- und Verhaltensweisen auseinandersetzen müsse, weil sie im Rollstuhl unterwegs ist. Stichwort: Es ist alles anders. Um die zentralen Konstellationen des Jahres in ein weiteres Bild zu übersetzen, vergleicht Verena Bachmann 2015 mit dem Geschehen in Platons Höhlengleichnis. Dort sehe derjenige, der aus dem Dunkeln der Höhle ins Licht trete, zuerst auch nichts und müsse sich erst an die ungewohnte Helligkeit gewöhnen. Die konkrete Orientierung im Neuen sieht die Referentin dann vor allem im zweiten Halbjahr, wenn Jupiter im Jungfrau-Zeichen steht: Schritt für Schritt – notfalls eben auch mit Krücken – und auf die innere Führung vertrauend.

Nach einer Pause setzt Alexandra Klinghammer den Reigen der Vorträge fort. «Wie Sie die Konstellationen des Jahres am kreativsten für sich nutzen» lautet ihr Thema. Mit kreativ meint sie einerseits das eigentliche schöpferische Tun, wenn etwas aus sich selbst heraus geschaffen wird. Kreativ versteht die Referentin aber auch im Sinne von: neue Wege aus einer Krise finden. Nach dieser Begriffsklärung geht sie auf die einzelnen Konstellationen des Jahres ein und deutet sie im Hinblick auf ihr Thema. Vor allem die erste Hälfte des Jahres eignet sich gemäss Klinghammer besonders gut für Kreativität, sind doch die Feuerzeichen mit Jupiter in Löwe, Saturn in Schütze und Uranus in Widder betont. Zu jeder Konstellation werden Deutungen vorgeschlagen, welche deutlich machen, dass jetzt tatsächlich eine Zeit des schöpferischen Tuns aufbrechen kann: Denn Selbstvertrauen (Löwe), Entdeckergeist (Widder) und Lust, neue Wege zu wagen (Schütze), sind vorhanden. Die Astrologin schlägt zudem vor, die drei rückläufigen Phasen des Merkurs in den Luftzeichen bewusst für kreative Experimente zu nutzen. In der zweiten Jahreshälfte jedoch finde, wie schon die Vorrednerinnen erwähnten, ein deutlicher Wechsel der Energie statt. Die nach aussen gerichtete Feuer-Energie verlagere sich dann stärker nach innen. Mit einer psychologischen Deutung des Potenzials des Saturn/Neptun-Quadrats, das im November 2015 erstmals exakt wird, endet das Referat.

Raymond Merriman beginnt seinen Vortrag «Der Übergang von Uranus/Pluto zu Saturn/Pluto von 2015 bis 2020» mit einem kurzen Resümee der aktuellen Lage. Die jüngsten Entwicklungen wie das Terrorattentat in Paris und die Abkopplung des Schweizer Frankens vom Euro hätten in nur gerade zwei Wochen seit dem Beginn des neuen Jahres die Stimmung völlig verändert. Zu Beginn des Jahres 2015 sei das Finanzsystem und die Weltwirtschaft stärker als je zuvor seit 2008, dem Beginn der Kardinalen Klimax, gewesen, konstatiert er. Es habe Grund für Optimismus bestanden. Doch nun stehe die Frage im Raum, ob wir hinaustreten könnten in den Sonnenschein, bei bestem Wetter, so, wie wir gerade eben noch geglaubt hätten. Oder ob wir erneut in ein gefährliches Unwetter der Weltwirtschaft geraten. Er beantwortet die Frage mit dem Saturn/Pluto-Zyklus, dem massgeblichen Zyklus hinsichtlich Weltwirtschaft. Seit dem 27. November 2014 und noch bis zum 2. Januar 2020 befindet sich dieser in seiner letzten Phase – auch Dunkelphase genannt –, was eher gegen ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum spreche. Der amerikanische Finanzastrologe ist der Ansicht, dass in den nächsten drei Jahren mit Saturn in Schütze die Deflation endet und eine Inflation beginnt. Wenn nun aber die Inflation und die Zinsen plötzlich stiegen, seien die Themen von Schulden und Staatsdefiziten noch nicht überstanden. Bis Ende 2015, so glaubt Merriman, sollte sich herausgestellt haben, ob ein echter Grund für schützehaften Optimismus bestehe oder nicht.
 

Hinweis: Alle Vorträge sind als Live-Mitschnitte auf einer Doppel-CD erhältlich: Bestellung



Trudy Baumann, geb. 1965; studierte Germanistik und Anglistik (M. A.); Journalistin; diplomierte Astrologin SFER; Mitarbeiterin der Astrodata (E-Mail: Trudy Baumann)

 

 

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